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Akrasia
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
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Unter Akrasia (altgriechisch áŒÎșÏαÏία akrasia, lateinisch incontinentia, WillensschwĂ€che, Unbeherrschtheit, Handeln wider besseres Wissen) versteht man den Fall, dass eine Person eine Handlung ausfĂŒhrt, obwohl sie eine alternative Handlung fĂŒr besser hĂ€lt. Die Analyse entsprechender Handlungen ist eines der zentralen Probleme der philosophischen Disziplin der Handlungstheorie, da akratische Handlungen plausibel scheinenden Annahmen ĂŒber Handlungen von Personen zu widersprechen scheinen. Untersucht wird dabei, ob oder inwiefern entsprechende HandlungsphĂ€nomene mit folgendem Prinzip vereinbar sind: Personen fĂŒhren, wenn sie dazu in der Lage sind, solche Handlungen aus, die sie fĂŒr gut halten.
Contents
âą EinfĂŒhrung
âą Wortherkunft
âą Historisch
âą Neuzeit
âą Systematisch
âą Davidson
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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EinfĂŒhrung
Wortherkunft
Das Wort Akrasia stammt aus der antiken griechischen Philosophie und wurde als philosophischer Terminus von Aristoteles geprĂ€gt. Im Protagoras, wo Platon Akrasia vor allem thematisiert hatte, verwendete er ĂŒberwiegend entsprechende Verbalformen; spĂ€ter gebrauchte er in einigen FĂ€llen die synonymen Substantive áŒÎșÏαÏία akratia und áŒÎșÏÎŹÏΔÎčα akrateia.cite-ref-1[1] Das Antonym áŒÎłÎșÏÎŹÏΔÎčα enkrateia âSelbstbeherrschungâ findet sich ebenfalls bereits bei Platon. Etymologisch leitet sich áŒÎșÏαÏία akrasia von dem Substantiv ÎșÏÎŹÏÎżÏ kratos âStĂ€rkeâ oder dem Verb ÎșÏαÏΔáżÎœ kratein âKraft haben, stark sein, herrschenâ her, wobei das PrĂ€fix α- den folgenden Teil negiert (Alpha privativum).
In der heutigen Philosophie werden die Begriffe Akrasia und WillensschwĂ€che weitestgehend synonym verwendet. Akrasia wird dabei WillensschwĂ€che manchmal aus zwei GrĂŒnden vorgezogen:
âą um den Eindruck zu vermeiden, dass der Wille als Instanz zwingend in der ErklĂ€rung der entsprechenden Handlungen eine groĂe Rolle spielen muss und/oder
âą um der das Problem verdeckenden Auffassung zu entgehen, der Wille sei zu schwach zur Verwirklichung der Absicht.
Das philosophische Problem
Akrasia bezeichnet einen bestimmten Fall einer irrationalen Handlung. Akrasia liegt dann vor, wenn eine Person eine Handlung A ausfĂŒhrt, obwohl sie die mögliche, alternative Handlung B fĂŒr besser hĂ€lt. Akrasia wird meist auf Handlungen eingeschrĂ€nkt, es gibt aber auch Ăberlegungen zu der Frage, ob oder inwiefern akratische Absichten, WĂŒnsche und Meinungen möglich sind.cite-ref-2[2] Akratische Handlungen wurden lange Zeit auf moralische Handlungen eingeschrĂ€nkt, dies geschieht heute ĂŒberwiegend nicht mehr.
Damit eine akratische Handlung vorliegt, darf die handelnde Person keine kurzfristige Neubewertung vornehmen, sondern muss das Urteil, gegen das sie handelt, bis zum Vollzug der Handlung teilen. So ist beispielsweise der Verzehr einer Sahnetorte nur dann eine akratische Handlung, wenn die Person sowohl vor dem Verzehr als auch wĂ€hrenddessen die Auffassung besitzt âEs ist besser, die Sahnetorte nicht zu essenâ. HĂ€lt sie hingegen unmittelbar vor dem Verzehr das Urteil âEs ist besser, die Sahnetorte zu essenâ fĂŒr richtig, nachdem sie zuvor gegenteiliger Auffassung war, liegt kein Fall von Akrasia vor.
Die ErklÀrung derartiger Handlungen ist ein Problem der Handlungstheorie. Denn das Vorkommen akratischer Handlungen steht im Widerspruch zu folgendem Prinzip:
Personen fĂŒhren, sofern sie dazu in der Lage sind, diejenigen Handlungen aus, die sie fĂŒr am besten halten.
Dieses Prinzip folgt aus der prima facie plausiblen Ăberlegung: Wenn GrĂŒnde Ursachen fĂŒr Handlungen sind, dann sollte der bessere Grund die stĂ€rkere Ursache fĂŒr eine Handlung sein. Dieses Prinzip scheint auf der einen Seite dem menschlichen Handeln zugrunde zu liegen; auf der anderen Seite widerspricht ihm die Selbstbeobachtung, da wir nĂ€mlich manchmal absichtlich eine Handlung auszufĂŒhren scheinen, obwohl wir der Meinung sind, dass eine Alternative besser wĂ€re und zugleich auch von uns glauben, dass wir die bessere Handlung hĂ€tten ausfĂŒhren können. FĂ€lle hingegen, in denen wir nicht anders hĂ€tten handeln können, sondern die fĂŒr schlechter gehaltene Handlung ausfĂŒhren mĂŒssen, sind keine eigentlichen FĂ€lle von Akrasia, sondern von Unfreiheit, AbhĂ€ngigkeit oder Sucht.
Da akratische Handlungen diesem Prinzip zu widersprechen scheinen, ist von Philosophen immer wieder bestritten worden, dass Akrasia möglich ist. Damit ist nicht gemeint, dass entsprechende HandlungsphÀnomene nicht vorkommen könnten. Diese sind unbestritten und sind als ein praktisches Problem nicht Gegenstand der Handlungstheorie. Umstritten ist vielmehr das theoretische Problem der Analyse entsprechender HandlungsphÀnomene.
Ob Akrasia möglich ist oder nicht, hÀngt nicht zuletzt davon ab, unter welchen Bedingungen entsprechende HandlungsphÀnomene als Akrasia aufgefasst werden. Die dabei entscheidenden Elemente sind:
âą Freiheit
⹠Wissen (oder ein schwÀcheres kognitives Element)
âą Absicht
In der entscheidenden stÀrksten Form werden alle drei Elemente in die Definition von Akrasia aufgenommen.
Die Frage, ob es akratische Handlungen gibt oder nicht, kann prinzipiell nicht mit empirischen Mitteln, etwa psychologischen Experimenten, vollstĂ€ndig beantwortet werden, denn von auĂen kann man nicht beurteilen, ob eine Person, wenn sie eine bestimmte Handlung ausfĂŒhrt, zuvor der Auffassung war, dass eine alternative mögliche Handlung besser gewesen wĂ€re. Aufgrund dessen ist diese Frage nur mittels eigener Erfahrung, Gedankenexperimenten und Begriffsanalyse zu lösen.cite-ref-3[3] Gleichwohl gibt es auch auĂerhalb der Philosophie ein Interesse am Problem der Akrasia. So beschĂ€ftigen sich etwa Soziologen wie Jon Elster im Rahmen der Theorie der rationalen Entscheidung mit IrrationalitĂ€t und dem Problem der Akrasia. Auch die Ăkonomie, etwa im Rahmen der Entscheidungstheorie, beschĂ€ftigt sich mit dem Problem. Ăhnliche PhĂ€nomene werden in der Psychologie unter dem Stichwort Kognitive Dissonanz thematisiert.
Historisch
Das philosophische Problem der Akrasia geht zurĂŒck auf die antike griechische Philosophie. Hier wird dabei vor allem der Aspekt des Wissens problematisiert. In der christlichen Antike entsteht das Konzept des Willens. Dort und im Mittelalter spielen Freiheit und SĂŒnde in der Diskussion eine gröĂere Rolle. Die Neuzeit diskutiert Akrasia wegen der Dominanz der mit Willensakten arbeitenden Handlungskonzeptionen kaum. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts thematisieren nach einer Kritik des traditionellen Willensbegriffes Vertreter der analytischen Philosophie Akrasia, wobei Akrasia nun als Handeln wider ein besseres Urteil aufgefasst wird.
Griechische Antike
Die antike griechische Diskussion ĂŒber Akrasia geschieht immer vor dem Hintergrund, dass der Akratiker gegen seine eigene eudaimonia, gegen sein eigenes GlĂŒck, handelt.
Dichtung
Die Frage nach der RationalitĂ€t von Handlungen ist in der griechischen Literatur schon vor Sokrates prĂ€sent. Dies gilt schon fĂŒr die frĂŒhe griechische Dichtung, wird aber besonders deutlich bei Euripides â u. a. in dessen Medea. Handeln wider besseres Wissen wird in den folgenden Versen von Euripidesâ 428 v. Chr. aufgefĂŒhrter Tragödie Der bekrĂ€nzte Hippolytos thematisiert. Hier bekennt Phaidra, dass sie ihrer Leidenschaften nicht Herr wird.
âPhaidra: âSchon oft bedachte ich in langer Nacht, was unser Menschendasein so verdirbt, und ich erkannte: nicht der Unverstand ist Wurzel allen Ăbels â Einsicht fehlt den meisten nicht, ganz anders liegt der Grund: Was recht ist, sehen wir und wissen wir und tun es doch nicht, seis aus LĂ€ssigkeit, seis weil die Lust des Augenblicks das Werk verdrĂ€ngt, und mancherlei Verlockung gibts (âŠ)ââ
â
Euripides
:
Hippolytos
375â383a (zitiert nach:
Euripides, Hippolytos
, ĂŒbersetzt von
Ernst Buschor
, Stuttgart: Reclam 1961, S. 20â21)
Zwar wird hier nicht argumentativ eine philosophische Position vertreten. Diese Stelle spiegelt aber wohl eine zu dieser Zeit allgemein bekannte und auch â wie auch im Folgenden an Platons Protagoras deutlich wird â anerkannte Auffassung wider.cite-ref-4[4]
Sokrates und Platon
Da Sokrates selbst keine Schriften verfasst hat, ist seine Position nur mittelbar ĂŒberliefert. Die wichtigste Quelle ist Platon, referiert wird sie auch von Aristoteles,cite-ref-5[5] eine weitere Quelle sind Xenophons Erinnerungen an Sokrates.cite-ref-6[6] Deshalb werden im Folgenden Sokratesâ und Platons Position (im Protagoras) gemeinsam anhand der Dialogfigur Sokrates im Protagoras dargestellt.
âIch wenigstens glaube dieses, daĂ kein weiser Mann der Meinung ist, irgendein Mensch fehle aus freier Wahl oder vollbringe irgendetwas Böses (aischra) oder Schlechtes (kaka) aus freier Wahl (hekĆn), sondern sie wissen wohl, daĂ alle, welche Böses und Schlechtes tun, es unfreiwillig (akĆn) tunâ.cite-ref-7[7]
Sokrates möchte zeigen, dass die Menschen Unrecht haben, wenn sie sagen, âdaĂ viele, welche das Bessere sehr gut erkennen, es doch nicht tun wollen, obgleich sie es könnten, sondern etwas anderes tunâ.cite-ref-8[8] Er argumentiert gegen diese Position, indem er â gemeinsam mit diesen vorgestellten Kontrahenten, die Akrasia fĂŒr möglich und gegeben halten â annimmt, dass die Lust ein Gut ist und die gröĂere Lust das gröĂere Gut. Er zeigt, dass es unplausibel ist, anzunehmen, dass eine Person eine bestimmte Handlung A ausfĂŒhrt, von der sie weiĂ, dass sie weniger Lust bzw. mehr Unlust verschafft als die Handlung B. Es sei aber absurd anzunehmen, dass die Personen in diesen FĂ€llen âvon der Lust ĂŒberwundenâ worden seien.cite-ref-9[9]
â[D]ies wird nun eine lĂ€cherliche Rede, wenn ihr sagt, daĂ oftmals der Mensch, obgleich das Schlechte (to kakon) erkennend, daĂ es schlecht (kakon), es dennoch tut, unerachtet ihm freistĂ€nde, es nicht zu tun, weil er von der Lust getrieben wird und betĂ€ubt; und ihr dann auch wieder sagt, daĂ der Mensch das Gute erkennend, es dennoch nicht zu tun pflegt, der augenblicklichen Lust wegen und von dieser ĂŒberwunden.âcite-ref-10[10]
Diese FĂ€lle, so Sokrates im Protagoras, seien vielmehr damit zu erklĂ€ren, dass die entsprechenden Personen nicht das richtige Wissen ĂŒber den Lustwert der beiden jeweiligen Handlungen hĂ€tten; vermutlich hĂ€tten sich diese ĂŒber den genauen Wert verschĂ€tzt â möglicherweise weil A zeitlich nĂ€her und B ferner war. Sokrates argumentiert im Protagoras also dafĂŒr, dass nur eines von beidem möglich ist: Wenn eine Person eine abtrĂ€gliche Handlung ausgefĂŒhrt hat, dann hatte sie das entsprechende Wissen nicht; wenn sie das entsprechende Wissen hat, dann fĂŒhrt sie die abtrĂ€gliche Handlung nicht aus. Diese im Bereich der Lust gewonnene Erkenntnis verallgemeinert Sokrates:
â[W]er bei der Wahl der Lust und Unlust, das heiĂt des Guten und des Schlechten (kaka) fehle (exhamartanein), der fehle aus Mangel an Wissen (epistÄmÄ)â.cite-ref-11[11]
Da Wissen fĂŒr Sokrates, und den frĂŒhen Platon, mit Tugend (Arete) identisch ist, ist es notwendige und hinreichende Bedingung dafĂŒr, das GlĂŒck zu erlangen. Ein Akratiker handelt gemÀà dieser Position gegen sein ureigenstes Interesse.
Aristoteles
Aristoteles beschĂ€ftigt sich mit Akrasia in Nikomachische Ethik VII 1â11. Dort findet sich die historisch wirkungsmĂ€chtigste und vielleicht die bis ins 20. Jahrhundert systematisch wichtigste Auseinandersetzung mit Akrasia. Aristoteles beschreibt Akrasia als eine Charakterdisposition neben anderen, die zu meiden ist. Er knĂŒpft an die von Sokrates formulierte These an, dass derartiges Handeln und Wissen nicht gleichzeitig vorkommen können.
âDenn es wĂ€re â wie Sokrates dachte â seltsam, wenn, obwohl Wissen (epistÄmÄ) vorhanden ist, etwas anderes beherrschen und wie einen Sklaven herumzerren wĂŒrde. Sokrates lehnte ja die fragliche Auffassung vollstĂ€ndig ab in der Ăberzeugung, es gebe keine Unbeherrschtheit. Niemand, so pflegte er zu sagen, handelt gegen das Beste in der Ăberzeugung, dies zu tun sondern [man handelt so nur] aufgrund von Unwissenheit (diâ agnoian).âcite-ref-12[12]
Akrasia tritt nach Aristoteles hauptsĂ€chlich bei Handlungen auf, die mit körperlicher Lust (Essen, Trinken und SexualitĂ€t) verbunden sind; ein weiterer Typ tritt bei Zorn auf.cite-ref-13[13] Aristoteles unterscheidet noch genauer zwischen zwei Arten von Akrasia: Voreiligkeit (propeteia) und SchwĂ€che (astheneia). Demnach gibt es fĂŒr Aristoteles vier Typen von Akrasia:
1. Mit Lust verbundene SchwÀche
2. Mit Lust verbundene Voreiligkeit
3. Mit Zorn verbundene SchwÀche
4. Mit Zorn verbundene Voreiligkeit
Zwei ErklÀrungstypen und der praktische Syllogismus
Aristoteles argumentiert gegen die These des sokratischen Intellektualismus, dass Handeln wider besseres Wissen nicht möglich sei. Denn dies widerspreche den PhĂ€nomenen oder den gĂ€ngigen Auffassungen ĂŒber das Handeln. Er versucht zu zeigen, wie das Wissen eines Akratikers beschaffen sein muss, also die Frage zu klĂ€ren, âob der Unbeherrschte wissend handelt oder nicht und in welchem Sinne von âwissendâ man wissend unbeherrscht sein kann.âcite-ref-14[14]
Hierzu verwendet er in NE VII 5 zwei unterschiedliche ErklĂ€rungstypen: eine dialektische (logikĂŽs), also begriffliche und eine naturphilosophische oder naturwissenschaftliche (physikĂŽs). Dabei greift er zur ErklĂ€rung von Akrasia auf das Modell des praktischen Syllogismus zurĂŒck. Nach diesem Modell erfolgt eine Handlung genau dann, wenn ein bestimmtes konkretes Merkmal (hier: âsĂŒĂâ) unter einen Obersatz, also ein allgemeines Urteil fĂ€llt. Dabei entspricht nach Aristoteles die Konklusion einer Handlung.
| Der praktische Syllogismus |
|---|
| Obersatz: SĂŒĂes ist zu erstreben. |
| Untersatz: Dies ist sĂŒĂ. |
| Konklusion: Dies ist zu erstreben. |
(Anmerkung: Nicht immer besteht ein praktischer Syllogismus fĂŒr Aristoteles in dieser einfachen Form mit zwei PrĂ€missen, die der Einfachheit halber im Folgenden zugrunde gelegt wird.)
Die dialektische ErklÀrung
In der dialektischen ErklĂ€rung unterscheidet Aristoteles verschiedene Arten von Wissen. Hiermit versucht er zu erklĂ€ren, wie ein Akratiker das Wissen besitzt, das in einer entsprechenden Konklusion, also Handlung, resultieren mĂŒsste, dies aber doch nicht tut.cite-ref-15[15]
Der Akratiker besitzt das Wissen nur, gebraucht es aber nicht, so wie ein Mathematiker die FĂ€higkeit hat zu rechnen, auch wenn er die TĂ€tigkeit gerade nicht ausĂŒbt. Dabei fĂŒhrt Aristoteles Möglichkeiten auf, wie ein Akratiker Wissen haben kann, ohne es zu gebrauchen.
âDenn falls wir Wissen haben und dennoch nicht anwenden, sehen wir, dass das Haben etwas ganz anderes wird, so dass man in solchen FĂ€llen auf gewisse Weise Wissen hat und auch nicht hat, zum Beispiel bei Schlafenden, Wahnsinnigen oder Betrunkenen. [âŠ] Denn das Wissen muss mit dem Menschen verwachsen; das aber braucht Zeit. Man muss also annehmen, dass die Unbeherrschten sprechen, wie es die Schauspieler tun.âcite-ref-16[16]
Die bisherigen Unterscheidungen von Wissen beim Akratiker scheinen sich auf ObersĂ€tze, allgemeine Urteile, zu beziehen. In einer weiteren Art ist der Untersatz defizitĂ€r. Ein allgemeiner Satz (etwa: âAlles SĂŒĂe ist gesundheitsschĂ€digendâ) ist dem Akratiker bekannt; er schreibt aber dem konkret vorliegenden Gegenstand nicht die entsprechende Eigenschaft (âsĂŒĂâ) zu.cite-ref-17[17]
Die naturphilosophische ErklÀrung
In der naturphilosophischen ErklĂ€rung bietet Aristoteles eine ErklĂ€rung fĂŒr die Ursache an, dass die akratische Konklusion also die Handlung zustande kommt, obwohl der Akratiker mit dem entsprechenden Obersatz ĂŒber das bessere Wissen verfĂŒgt. Aristoteles nimmt hierbei zwei konkurrierende praktische Syllogismen an: einen Syllogismus der Vernunft und einen Syllogismus der Begierde. Die Begierde (epithymia) verhindert oder unterdrĂŒckt dabei den entsprechenden Untersatz des Syllogismus der Vernunft.
| Syllogismus der Vernunft | Syllogismus der Begierde |
|---|---|
| Obersatz: GesundheitsschĂ€dliches ist zu meiden. | Obersatz: SĂŒĂes ist zu erstreben. |
| Untersatz: Dies ist gesundheitsschĂ€dlich. | Untersatz: Dies ist sĂŒĂ. |
| Konklusion: [ / ] | Konklusion: Dies ist zu erstreben. |
âDa die zweite PrĂ€misse [d. h. der Untersatz der Vernunft] eine Meinung ĂŒber einen Wahrnehmungsgegenstand enthĂ€lt und diese das Handeln bestimmt, besitzt der Unbeherrschte, da er sich im Affekt befindet, diese entweder gar nicht, oder er besitzt sie so, dass das Besitzen kein Wissen ist, sondern ein Sprechen, wie das eines Betrunkenen, der Verse des Empedokles aufsagt.âcite-ref-18[18]
Das Wissen des Akratikers unterscheidet sich ebenfalls je nach Typ von Akrasia. Bei der Voreiligkeit oder ImpulsivitĂ€t springt der Akratiker unmittelbar zur Konklusion der Begierde. Bei der SchwĂ€che hingegen weiĂ der Akratiker in irgendeiner (nicht genauer bestimmten) Form von der Konklusion der Vernunft, ohne sich nach ihr zu richten. Auf diese Weise handelt der Akratiker gegen ein besseres Wissen (âGesundheitsschĂ€dliches ist zu meidenâ), das er selbst â in irgendeiner Form â besitzt. Ăber das genaue VerhĂ€ltnis von dialektischer und naturphilosophischer ErklĂ€rung Ă€uĂert Aristoteles sich nicht.cite-ref-19[19]
Aristoteles erklĂ€rt Akrasia also damit, dass der Akratiker kein richtiges Wissen besitzt; insofern ist seine Position nicht weit von der des Sokrates.cite-ref-20[20] Sie unterscheidet sich aber von der sokratischen darin, dass die Affekte â meistens die Begierde â die Ursache fĂŒr Akrasia ist. Diese konkurrieren mit der Vernunft, schwĂ€chen oder umgehen diese.cite-ref-21[21]
SpÀtere nicht-christliche Antike
Die Auffassungen der nachfolgenden antiken Philosophie zu Akrasia sind nur in geringem Umfang erhalten und hauptsĂ€chlich durch Berichte Dritter und somit weniger genau ĂŒberliefert. Nach Berichten von Plutarch und Galen sollen etwa die meisten Stoiker weitestgehend in Anlehnung an Sokrates vertreten haben, dass Akrasia nicht möglich ist.cite-ref-22[22] Im Gegensatz zu Sokrates erklĂ€ren Chrysipp und auch andere Vertreter der Ă€lteren Stoa entsprechende HandlungsphĂ€nomene nicht durch Unwissenheit, sondern durch eine Umentscheidung, eine kurzfristige Neubewertung der Situation durch den Handelnden.cite-ref-23[23]
Christliche Antike und Mittelalter
Der Begriff des Willens im heutigen Sinne spielt fĂŒr die antike griechische Diskussion ĂŒber Akrasia keine Rolle. Die Griechen verfĂŒgen nicht ĂŒber einen Begriff des Willens im Sinne eines von den anderen psychischen Vermögen unabhĂ€ngigen Entscheidungsvermögens (liberum arbitrium).cite-ref-24[24]
In diesem Sinne gelangt der Begriff âWilleâ vermutlich erst durch die jĂŒdisch-christliche Tradition in die Diskussion und spielt lange Zeit eine groĂe Rolle. Kulturgeschichtlich scheint dabei ursprĂŒnglich der Wille Gottes fĂŒr das Problem relevant. Der Handelnde hat, um das Richtige zu tun, den Willen Gottes zu tun. Akrasia ist nach diesem VerstĂ€ndnis primĂ€r eine Ăbertretung der Forderungen Gottes, also SĂŒnde.cite-ref-25[25]
Paulus
Einen fĂŒr die spĂ€tere christliche Tradition wichtigen Beitrag liefert Paulus im Römerbrief:
â[I]ch tue nicht, was ich will (thelein); sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daĂ das Gesetz gut ist. So tue nun nicht ich es, sondern die SĂŒnde, die in mir wohntâ (Röm 7,15â16 ).
Paulus erlĂ€utert hier das VerhĂ€ltnis von Mensch und göttlichem Gesetz. Er beschreibt den Handelnden als gespalten, da dieser sich selbst nicht verstehe; die gehasste Handlung vollzieht die SĂŒnde (im schlimmsten Fall aufgrund von Besessenheit), nicht er selbst, da er diese ja nicht tun wolle. In dieser âThese von einer gespaltenen TĂ€terschaftâ drĂŒckt sich hier also implizit die Auffassung aus, dass Handeln wider besseres Wissen im eigentlichen Sinne nicht möglich ist.cite-ref-26[26]
Augustinus
Augustinusâ primĂ€res Augenmerk richtet sich auf das theologische Problem der Willensfreiheit und ErbsĂŒnde; siehe dazu auch sein Werk De libero arbitrio. Bei ihm findet sich zuerst das Konzept eines Willensbegriffes, der eine vom Denken unabhĂ€ngige Entscheidungsinstanz ist und zu diesem in Opposition stehen kann. Unter Annahme eines derartig autonomen Willens ist Handeln gegen ein besseres Urteil groĂenteils unproblematisch.cite-ref-27[27] Ihn beschĂ€ftigt ein verwandtes Problem, das sich in der vorangegangenen paulinischen Stelle ausdrĂŒckt: Wie kann der Geist sich selbst Befehle geben, die er nicht befolgt? Anhand der sexuellen Begierde beschreibt Augustinus seine Auffassung, dass der Geist des Menschen eine innere Zerrissenheit in zwei Willen aufweist, einen alten, fleischlichen (voluntas carnalis) und einen neuen, geistigen (voluntas spiritualis).
âSo stritten in mir zwei Willen, ein alter und ein neuer, der eine fleischlich (voluntas carnalis), der andere geistig (voluntas spiritualis), miteinander, und ihr Hader zerriĂ meine Seele.âcite-ref-28[28]
Treten diese beiden Willen in Konflikt, will der Geist sowohl die Handlung A als auch die entgegengesetzte Handlung nicht-A. Wenn sich nun das in seiner Entscheidung freie Ich fĂŒr eine Handlung entscheidet, wird der entsprechende Wille zum handlungsrelevanten vollstĂ€ndigen (voluntas tota).
âAber es ist kein ganzer Wille, darum auch kein ganzer Befehl. Denn der Geist befiehlt nur insoweit, wie er will, und insoweit er es nicht will, geschieht auch nicht, was er befiehlt. Denn der Wille befiehlt, dass Wille sei, kein anderer als er selbst. Aber er befiehlt nicht voll und ganz, darum geschieht auch nicht, was er befiehlt. [âŠ] Also sind es zwei Willen, denn der eine von ihnen ist nicht ganz, und was dem einen fehlt, das hat der andere.âcite-ref-29[29]
Da der andere Wille jedoch prĂ€sent bleibt, geschieht die Handlung âwider Willenâ (invitus), gewollt und doch nicht gewollt. Die Ursache fĂŒr den Willenskonflikt ist die SĂŒnde, letztlich die ErbsĂŒnde. Dabei fĂŒhrt das Gefangensein in der SĂŒnde dazu, dass der Mensch das wahrhaft Gute nicht klar erkennt; wenn er das wahrhaft Gute klar erkennen wĂŒrde, wĂŒrde er nicht dagegen handeln. Demnach ist es dem Menschen nur durch Gottes Gnade möglich, das zu tun, was er eigentlich will.
Insofern Augustinus einen Akrasia ermöglichenden Willensbegriff vertritt, lĂ€sst sich sagen, dass er Akrasia klar fĂŒr möglich hĂ€lt. Dies muss jedoch in einer gewissen Hinsicht leicht eingeschrĂ€nkt werden. Denn insofern Augustinus die Auffassung vertritt âWenn der Mensch das wahrhaft Gute erkennen wĂŒrde, wĂŒrde er nicht dagegen handelnâ, teilt er ein skeptisches Bedenken gegenĂŒber einem sehr starken Akrasia-Begriff. Somit ist nach Augustinus eine Bedingung fĂŒr akratische Handlungen die selbstverschuldete menschliche Unwissenheit.cite-ref-30[30]
Mittelalter
Das in der griechischen Antike formulierte Problem von Handlungen wider besseres Wissen wird lange Zeit wenig diskutiert. Dem Problem am nĂ€chsten kommen die Versuche, im Anschluss an Augustinusâ SĂŒnden- und Willensbegriff den augustinischen Gedanken, etwas âwider Willen zu tunâ (invitus facere), zu analysieren. Diese Diskussion erstreckt sich von Anselm von Canterbury ĂŒber Petrus Abaelardus und Petrus Lombardus bis ins 13. Jahrhundert. Mit der Aristotelesrenaissance im 13. Jahrhundert und vor allem Robert Grossetestes lateinischer Ăbersetzung der Nikomachischen Ethik wird die in der Antike formulierte Problematik und insbesondere die aristotelische Akrasia-Interpretation rezipiert, diskutiert und kommentiert. Damit wird Akrasia unter dem lateinischen Begriff incontinentia als philosophisches Problem ausdrĂŒcklich thematisiert.cite-ref-31[31]
Bei Albertus Magnus findet sich eine der ersten VerknĂŒpfungen von Augustinusâ SĂŒndenbegriff und der aristotelischen Auffassung, dass ein Handeln wider besseres Wissen problematisch sei. Albertusâ Lösung des Problems besteht darin, dass die entsprechende Person zwar aus einer Unkenntnis der Wahl (ignorantia electionis) handelt, sie selbst aber absichtlich verhindert, dass â im praktischen Syllogismus â die Begierde das Vollziehen des Syllogismus der Vernunft unterdrĂŒckt. Albertus erwĂ€gt auch die Möglichkeit, dass akratische Handlungen möglicherweise insofern kein Problem darstellten, als es im Bereich praktischer, handlungsrelevanter SchlĂŒsse keine eigentliche Gewissheit gibt und somit möglicherweise keine Handlungen wider besseres Wissen vorkommen.cite-ref-32[32]
Thomas von Aquin diskutiert Akrasia â neben den AusfĂŒhrungen in seinem Kommentar zur Nikomachischen Ethik â in der Summa theologica.cite-ref-33[33] Er vertritt die Position, dass Akrasia unter EinschrĂ€nkung möglich ist. Die Begierde fessele die Vernunft des Akratikers (passio igitur ligat rationemcite-ref-34[34]), so dass der Untersatz des praktischen Syllogismus der Vernunft (z. B. âDies ist gesundheitsschĂ€dlichâ) unterdrĂŒckt wird und deren Konklusion nicht zustande kommt. In der Folge fĂŒhrt der Akratiker auch die fĂŒr besser gehaltene Handlung nicht aus. Der Syllogismus der Begierde bestimmt die Handlung. Aus freier Wahl (ex electione) handelt der Akratiker nach Thomas nicht, insofern die Vernunft von der Begierde gefesselt wird. Eine Wahl liegt aber dennoch vor der Handlung. Denn auf der anderen Seite wĂ€hlt der Akratiker, der Begierde nachzugehen, in dem Wissen, dass er mit der Handlung eine SĂŒnde begeht.cite-ref-ah804-35-0[35]
Walter Burleigh fĂŒgt innerhalb der traditionellen aristotelischen Interpretation eine weitere Alternative hinzu. Er setzt den Punkt im Handlungsablauf, an dem der Akratiker von der besseren Handlung abgehalten wird, spĂ€ter an: Nicht die Vernunft wird unterdrĂŒckt, sondern die körperliche AusfĂŒhrung. Die Begierde unterdrĂŒckt keine PrĂ€misse im praktischen Syllogismus, die Vernunft wird somit nicht gefesselt; der Syllogismus der Vernunft gelangt zur Konklusion. Stattdessen behindere die Begierde des Akratikers die körperliche AusfĂŒhrung der Handlung, so dass der Körper nicht auf die Vernunft gehorcht.cite-ref-ah804-35-1[35]
In der scholastischen mittelalterlichen Philosophie wird also vor allem die aristotelische Position diskutiert und es werden modifizierte Versionen dieser vertreten. Dagegen wird insbesondere von Seiten der Franziskaner (u. a. im Correctorium fratris Thomae, in welchen die Lehren des Thomas von Aquin kritisiert werden) in der Tradition des Augustinus ein Wille postuliert, der sich gegen die Vernunft stellen kann.cite-ref-36[36]
Neuzeit
Vom Beginn der Neuzeit bis in die zweite HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts wird Akrasia als philosophisches Problem wenig diskutiert, auch weil lange Zeit die antiken Texte nicht von Philosophen rezipiert werden.cite-ref-37[37] Ein wichtigerer Grund hierfĂŒr ist, dass voluntaristische Positionen â die ein von anderen Vermögen unabhĂ€ngiges Wollen postulieren â bis Mitte des 20. Jahrhunderts vorherrschend sind. In der Folge werden Handlungen wider besseres Wissen als philosophisches Problem kaum diskutiert. So hĂ€lt etwa RenĂ© Descartes in Leidenschaften der Seele derartige Handlungen nicht fĂŒr ein theoretisches, sondern nur fĂŒr ein praktisches Problem.cite-ref-38[38]
Ein weiterer wichtiger Grund besteht darin, dass Akrasia nur dann ein theoretisches Problem darstellt, wenn folgende These geteilt wird, die eine besondere Verbindung zwischen (etwas) Denken und (zu etwas) Disponiertsein ausdrĂŒckt: Eine Person zieht plausiblerweise eine Handlung A deshalb B vor, weil sie A fĂŒr besser als B hĂ€lt. Dabei lassen sich zwei GrĂŒnde unterscheiden, warum diese These in der Neuzeit nicht immer uneingeschrĂ€nkt geteilt wird: Entweder werden Ursachen fĂŒr Handlungen als der Person externe Ursachen aufgefasst, oder, wenn als interne, dann nicht als mentale, sondern als rein physiologische.
Erstens gibt es bei Descartes, Spinoza und anderen Philosophen seit dem 17. Jahrhundert die Tendenz, den Menschen wesentlich als ein wie eine Maschine rein kausal-mechanisch zu beschreibendes Wesen aufzufassen, siehe Mechanistisches Weltbild. Eine hĂ€ufig gebrauchte Metapher ist hier die mechanische Uhr (z. B. bei Descartes im Discours de la mĂ©thode V). Da diese Denker dementsprechend annehmen, dass eine bestimmte Handlung A von einer Person nicht deshalb ausgefĂŒhrt wird, weil sie diese fĂŒr besser hĂ€lt als B, sondern nur aufgrund von kausal-mechanisch beschreibbaren Ă€uĂeren Ursachen, können akratische Handlungen fĂŒr sie kein theoretisches Problem sein. Zweitens wird das Streben, etwas zu tun, gewissermaĂen als ein rein physiologischer Vorgang aufgefasst, der völlig unabhĂ€ngig vom Denken ist, analog zu einem Schmerz.cite-ref-39[39]
Es streifen aber auch neuzeitliche Denker das weitere Problemfeld von Handlungen wider besseres Wissen theoretisch und halten es dabei fĂŒr nicht selbstverstĂ€ndlich, dass die schlechtere Handlung gewĂ€hlt wird. John Locke beispielsweise vertritt zwar in An Essay concerning Humane Understanding selbst die These, dass das Gute nur dann den Willen bestimmt, nur dann die bessere Handlung ausgefĂŒhrt wird, wenn die Begierde dies zulĂ€sst, wonach Akrasia kein theoretisches Problem ist. Er rĂ€umt aber ein, dass die Auffassung, âdas Gute beziehungsweise das gröĂere Gut bestimmt den Willenâ, prima facie plausibel zu sein scheint, und dass auch er selbst diese lange Zeit fĂŒr richtig gehalten habe.
âIt seems so established and settled a maxim, by the general consent of all mankind, that good, the greater good, determines the will, that I do not at all wonder that, when I first published my thoughts on this subject I took it for grantedâ.cite-ref-40[40]
(âEs scheint eine derart selbstverstĂ€ndliche Maxime durch eine allgemeine Ăbereinkunft auf der ganzen Welt zu sein, dass das Gute, das gröĂere Gut, den Willen bestimmt, so dass ich ĂŒberhaupt nicht erstaunt bin, dies nun fĂŒr bare MĂŒnze genommen zu haben, als ich erstmals meine Gedanken ĂŒber diesen Gegenstand veröffentlichte.â)
Systematisch
1949 legt Gilbert Ryle mit The Concept of Mind eine wirkungsmĂ€chtige Kritik des Willensbegriffes vor. 1963 folgt von G. E. M. Anscombe eine einflussreiche Alternative zu dem am Willen orientierten Modell absichtlichen Handelns. Nicht Willensakte erklĂ€ren demnach Handlungen, sondern GrĂŒnde. Auf dieser Grundlage beschĂ€ftigen sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts Philosophen wieder zunehmend mit dem Problem Akrasia.
Ein wichtiger Beitrag stammt von R. M. Hare. âMoralische SchwĂ€cheâ (moral weakness) stellt fĂŒr seine Theorie des PrĂ€skriptivismus eine Herausforderung dar, weil diese das moralische Urteil zugleich als motivational bindend auffasst. Der PrĂ€skriptivismus behauptet, ein bestimmtes moralisches Urteil U fĂŒr wahr zu halten heiĂt, in der entsprechenden Situation U gemÀà zu handeln bestrebt zu sein und dies, wenn möglich, auch zu tun. Hiernach sollte es nicht möglich sein, Handlung A fĂŒr moralisch richtig zu halten, jedoch die moralisch fĂŒr falsch gehaltene Handlung B auszufĂŒhren. Entweder die Person hĂ€lt A fĂŒr richtig, dann ist sie auch entsprechend motiviert; oder sie ist nicht entsprechend motiviert, dann hĂ€lt sie die Handlung A auch nicht fĂŒr richtig. Hares LösungsansĂ€tze versuchen, die entsprechenden PhĂ€nomene einerseits mit psychischer UnfĂ€higkeit und andererseits einer abgeschwĂ€chten, nur von auĂen kommenden Form von âsollenâ zu erklĂ€ren.cite-ref-41[41]
Davidson
Ausweitung des Gegenstandsbereiches
Der bei weitem wichtigste, systematisch grundlegende und die philosophische Debatte bis heute bestimmende Beitrag zum Problem ist der 1970 erschienene Aufsatz von Donald Davidson: Wie ist WillensschwĂ€che möglich?. Akratische Handlungen gibt es nach Davidson auch auĂerhalb der seit Aristoteles klassischen Bereiche körperlicher Lust. Auch möchte Davidson Akrasia nicht, wie bei Hare, auf den Bereich der Moral und auf entsprechende ErklĂ€rungsversuche eingeschrĂ€nkt wissen.
âBei der Auseinandersetzung mit dem Problem der Unbeherrschtheit ist zu empfehlen, daĂ man bei den FĂ€llen verweilt, in denen die Sittlichkeit gar nicht als eine der Bewerberinnen um unsere Gunst auf der BildflĂ€che erscheint â oder bei denen sie, falls sie doch in Erscheinung tritt, auf der falschen Seite steht. Dann werden wir nicht der Versuchung erliegen, die Unbeherrschtheit auf SpezialfĂ€lle zurĂŒckfĂŒhren zu wollen, in denen man etwa durch den inneren Schweinehund ĂŒbermannt wird oder es versĂ€umt, dem Ruf der Pflicht zu folgen, oder der Versuchung erliegt.âcite-ref-42[42]
Die wichtigste Ausweitung betrifft die kognitive Einstellung des Akratikers. Akrasia liegt nicht nur dann vor, wenn jemand wider besseres Wissen handelt. Hinreichend ist vielmehr schon, dass der Handelnde gegen sein eigenes besseres Urteil handelt.
Die Problemformulierung von Davidson
Akrasia lĂ€sst sich folgendermaĂen definieren:
D.: Indem der Handelnde A tut, handelt er dann und nur dann akratisch, wenn er
(i) A absichtlich tut
(ii) glaubt, eine alternative Handlung B sei möglich, und
(iii) urteilt, dass unter BerĂŒcksichtigung aller UmstĂ€nde (âall things consideredâ) die AusfĂŒhrung von B besser wĂ€re als die AusfĂŒhrung von A.cite-ref-43[43]
Im Blick auf diese Definition von Akrasia stellt Davidson drei Prinzipien auf. Diese â nach Davidson evidenten â Prinzipien scheinen Handeln plausibel zu beschreiben.
P1. Wenn der Handelnde A in höherem MaĂe zu tun wĂŒnscht (to want to do more) als B und glaubt, es stehe ihm frei entweder A oder B zu tun, dann wird er, sofern er entweder A oder B absichtlich tut, absichtlich A tun.
P2. Wenn der Handelnde urteilt, die AusfĂŒhrung von A wĂ€re besser als die AusfĂŒhrung von B, dann will er A in höherem MaĂe tun (to want to do more) als B.
P3. Es gibt akratische Handlungen.
P1 und P2 schematisch dargestellt als Kette: (a) x fĂŒr besser halten als y â (b) x lieber wollen als y â (c) x absichtlich tun
P2 verknĂŒpft dabei (a) und (b), P1 (b) und (c)
P1-P3 scheinen nun nicht miteinander konsistent. Denn aus P1 und P2 folgt logisch ein Prinzip, das der Existenz akratischer Handlungen unmittelbar zu widersprechen scheint:
P*. Wenn der Handelnde urteilt, die AusfĂŒhrung von A wĂ€re besser als die AusfĂŒhrung von B und glaubt, es stehe ihm frei, entweder A oder B zu tun, dann wird er, sofern er entweder A oder B absichtlich tut, absichtlich A tuncite-ref-44[44]
P* schematisch: (a) x fĂŒr besser halten als y â (c) x absichtlich tun
P* drĂŒckt den plausiblen Gedanken aus, dass Menschen als rationale Wesen mit ihren Handlungen etwas anstreben, was sie fĂŒr gut halten. Eine rationale Person tue eben das, was sie von zwei Alternativen fĂŒr am besten hĂ€lt. Hierzu steht im Widerspruch das bei hinreichender Selbstbeobachtung ebenso augenscheinlich zutreffende PhĂ€nomen, dass Personen nicht immer das tun, was sie fĂŒr besser halten. Davidson versucht zu zeigen, dass tatsĂ€chlich kein Widerspruch vorliegt und P1â3 konsistent sind.
Davidsons Lösungsansatz
Davidsons Lösungsansatz beruht auf dem Gedanken, dass ein Urteil âX ist besser als Yâ an unterschiedlichen Stellen des Entscheidungsprozesses fĂŒr eine Handlung auf zwei unterschiedliche Weisen interpretiert werden muss: zum einen als ein konditionales und zum anderen als ein nicht-konditionales Urteil. Das Urteil, das der Akratiker nach AbwĂ€gung aller GrĂŒnde fĂ€llt, ist ein konditionales, ein prima facie gefĂ€lltes Urteil. Das abschlieĂende Urteil hingegen, das der akratischen Handlung entspricht, ist ein nicht-konditionales Urteil.
Konditional ist dies prima-facie-Urteil relativ zu einer bestimmten Menge an Informationen, die der Handelnde hat. Das entscheidende prima-facie-Urteil, gegen das der Akratiker handelt, ist eines unter BerĂŒcksichtigung aller (bekannten und relevanten) UmstĂ€nde (E). Das abschlieĂende, nicht-konditionale Urteil hingegen entspricht der (akratischen) Handlung.
alles-in-allem-Urteil: prima facie (A ist besser als B), E. (Lies: âA ist relativ zu allen dem Handelnden bekannten und relevanten Informationen besser als Bâ)
abschlieĂendes Urteil: B ist besser als A.
Inkonsistent sind P1-P3 nur unter der Annahme, dass der Akratiker, der gemÀà der Ăberzeugung âB ist besser als Aâ handelt, dennoch urteilt: âA ist besser als Bâ. Dies stĂŒnde im Widerspruch zu P*. Davidsons Interpretation zufolge macht der Akratiker jedoch Folgendes: Er fĂ€llt zunĂ€chst das prima facie Urteil: âalles in allem ist A besser als Bâ. Dann aber fĂ€llt er das abschlieĂende Urteil: âB ist besser als Aâ â und handelt demgemĂ€Ă.
(i) âPrima facie ist es â allem in allem â besser die Sahnetorte nicht zu essen als sie zu essen.â
(ii) âDie Sahnetorte zu essen ist besser als sie nicht zu essen.â
DemgemÀà liegt hier kein Gegenbeispiel fĂŒr P* und die darin ausgedrĂŒckte Ăberzeugung âDie Handlung, die jemand fĂŒr besser hĂ€lt, fĂŒhrt er (sofern möglich) ausâ vor. Denn das Urteil, gegen das der Akratiker handelt, ist ein prima facie alles-in-allem-Urteil, (i). Dies aber kann nicht mit einem abschlieĂenden Urteil (ii) konfligieren. Anders ausgedrĂŒckt: P3, das auf Davidsons Definition der Akrasia (D) zurĂŒckgreift, enthĂ€lt ein nicht-konditionales Urteil; P1 und P2, die P* ergeben, enthalten hingegen konditionale Urteile. Also sind P1-P3 nicht inkonsistent.cite-ref-45[45]
Dass alles-in-allem-Urteile nur prima facie gelten, rechtfertigt Davidson in einer Analogie zu WahrscheinlichkeitsschlĂŒssen. In beiden FĂ€llen sind die konditionalen ObersĂ€tze in einem Syllogismus nicht allquantifiziert, weil sie nicht uneingeschrĂ€nkt gelten können.
| (1) prima facie (X ist besser als Y, X ist das Nicht-Verzehren einer Sahnetorte und Y das Verzehren einer Sahnetorte). |
|---|
| (2) A ist ein Nicht-Verzehren einer Sahnetorte und B das Verzehren einer Sahnetorte. |
| (K) prima facie (A ist besser als B, (1) und (2)) |
In der Folge gilt dies auch fĂŒr das alles-in-allem-Urteil, da es als die Konklusion eines Deliberationsprozesses mit prima-facie-PrĂ€missen gedacht werden muss.
Der Akratiker vertritt nach Davidson also keine logisch konfligierenden Urteile. Davidson möchte aber Akrasia ânicht als simplen logischen Schnitzer erklĂ€renâ.cite-ref-46[46] So folge in irgendeinem Sinne âA ist besser als Bâ auch aus âA ist alles in allem besser als B.â Dass der Akratiker nicht diesen Schluss ziehe, sei kein logischer Fehler, sondern verletze vielmehr âdas Prinzip der Selbstbeherrschungâ: âVollziehe die Handlung, die auf der Basis aller verfĂŒgbaren relevanten GrĂŒnde als die beste beurteilt wirdâ.cite-ref-47[47] FĂŒr das freie und absichtliche Zuwiderhandeln gegen eine selbst fĂŒr am besten gehaltene Handlung gebe es keinen Handlungsgrund. FĂŒr Davidson liegt das Besondere an der Akrasia daher darin, âdaĂ sich der Handelnde selbst nicht verstehen kann: Er erkennt in seinem eigenen absichtlichen Verhalten etwas wesentliches Vernunftwidriges.âcite-ref-48[48]
Kritik an Davidson
Kritisiert wird an Davidsons Lösung vor allem das alles-in-allem, all things considered. So ist fraglich, ob die Trennung von alles-in-allem Urteilen und handlungswirksamen, abschlieĂenden, nicht-konditionalen Urteilen möglich ist, da vielleicht jedes alles-in-allem Urteil als nicht-konditional aufgefasst werden muss. (Vgl. Grice/Baker) AuĂerdem könnte man die Auffassung vertreten, dass die Definition abzĂŒglich der Phrase unter BerĂŒcksichtigung aller UmstĂ€nde (all things considered) einige FĂ€lle von Akrasia nicht umfasst. FĂŒr diese FĂ€lle wĂ€ren P1â3 inkonsistent.cite-ref-49[49] SchlieĂlich ist fraglich, ob der Akratiker nur gegen prima facie alles-in-allem-Urteile, nie aber gegen unkonditionale Urteile, nie gegen seine Absichten handelt.cite-ref-50[50]
In einem spĂ€teren Beitrag ergĂ€nzt Davidson seine Lösung um eine sich einigen Theoremen der Psychoanalyse annĂ€hernden Antwort auf die Frage, wie es möglich ist, dass der handlungsauslösende Grund nicht der beste Grund ist. Der menschliche Geist ist dabei als System von mindestens zwei sich ĂŒberlappenden Subsystemen aufzufassen. In einem Subsystem stehen dem akratischen, handlungsauslösenden Grund keine besseren GrĂŒnde gegenĂŒber. In einem anderen findet eine vollstĂ€ndige AbwĂ€gung aller GrĂŒnde statt, in dem es einen besseren Grund gibt, der jedoch nicht handlungsauslösend ist.cite-ref-51[51]
Inwiefern ist Akrasia möglich?
Im Anschluss an Davidson wird vor allem folgende philosophisch interessante Form diskutiert: Jemand tut frei und absichtlich B, obwohl er glaubt, dass Handlung A möglich und besser wĂ€re. Ob man Akrasia fĂŒr möglich hĂ€lt und wenn ja, was fĂŒr eine Form von Akrasia, lĂ€sst sich daran festmachen, ob man P* teilt, und wenn ja in welcher (ggf. modifizierter) Form. P* drĂŒckt den Gedanken aus, dass dann, wenn eine Person eine Handlung fĂŒr gut hĂ€lt, sie â indem sie zu dieser Handlung motiviert ist â diese, sofern möglich, auch tut.
Um auf dieser allgemein akzeptierten Problemformulierung das Akrasiaproblem zu lösen, liegen prinzipiell folgende Möglichkeiten nahe:
1. Kritik an P* durch Bestreiten von P1 oder P2 bzw. Differenzierung der dort verwendeten AusdrĂŒcke
2. Skeptizismus bezĂŒglich derartig definierter Akrasia (Kritik an frei und absichtlich).
3. vollstĂ€ndige Ablehnung des in P* ausgedrĂŒckten Gedankens.
Kritik an P*
Kritik an P* betrifft am hĂ€ufigsten P2 ((a) x fĂŒr besser halten als y â (b) x lieber wollen als y). Es wird bezweifelt, dass jemand, der A fĂŒr besser hĂ€lt, notwendig auch A lieber wolle. So zeigten Gegenbeispiele, dass wir A fĂŒr besser hielten, aber B lieber wollten, wie ein Ehebrecher, der urteile, Treue sei besser, den Seitensprung dennoch lieber tun wolle. Dabei komme âlieber wollenâ in zwei voneinander zu unterscheidenden Verwendungen in P* vor: einer evaluativen und einer motivationalen. Urteilt eine Person âA ist besser als Bâ, dann bevorzuge sie A evaluativ. Daraus folge aber nicht â so das Argument â, dass sie eine stĂ€rkere Motivation oder Neigung habe, A zu tun als B. Sofern dabei eine Verbindung zwischen Motivation und Evaluation anerkannt wird, wird eine verĂ€nderte Form von P2 zugrunde gelegt, in der diese Verbindung nicht derartig eng ist.cite-ref-52[52] Dass die Motivation von der Evaluation abweicht, wird dabei u. a. mit einer gröĂeren (zeitlichen) NĂ€he von B und einem mangelnden Versuch Selbstkontrolle zu ĂŒben erklĂ€rt.cite-ref-53[53] Die Kritik, dass P2 die Verbindung von Evaluation und Motivation zu eng auffasse, bringt dabei wiederum die Schwierigkeit mit, die genaue Art einer weniger engen Verbindung zu erklĂ€ren.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass gar nicht zwei Urteile vorliegen. Betrachtet man den Gedankenablauf des Akratikers als Argument, so könne das irrationale Moment entweder in diesem oder zwischen der Konklusion und der Handlung liegen. Diese Lösung habe nicht das Problem, dass ein prima-facie-Urteil und ein abschlieĂendes Urteil sich widersprechen wĂŒrden. Die Handlung aber erfolge allein aus einem körperlichen Verlangen.cite-ref-54[54] Diese Lösung steht allerdings zum einen vor der Schwierigkeit, dass die Rede vom körperlichen Verlangen sehr unklar bleibt. Vor allem aber scheint es sehr viele akratische Handlungen zu geben, die nicht plötzlich und unmittelbar erfolgen, sondern denen die bewusste Bildung einer Absicht vorausgeht.
Skeptizismus bezĂŒglich Akrasia
Freiheit
Der Akratiker könne nicht frei sein, wenn er â obwohl er einen optimalen Deliberationsprozess durchlaufen habe â, dennoch die fĂŒr schlechter gehaltene Handlung B ausgefĂŒhrt habe, da er alles ihm mögliche getan habe, um zu widerstehen. Die derartig definierten Handlungen seien folglich nicht akratisch, sondern unfrei und somit zwanghaft.cite-ref-55[55] Diesem Argument lĂ€sst sich entgegnen, dass die Person damit noch nicht alles ihr mögliche getan habe, da es neben deliberativen auch nicht-deliberative Mittel gibt, um einer bestimmten HandlungsausfĂŒhrung zu widerstehen. So könne man unter anderem die Aufmerksamkeit von den attraktiven Aspekten der akratischen Handlung nehmen oder sich selbst eine Belohnung versprechen, wenn man dem besseren Urteil folge. Eine mögliche ErklĂ€rung, warum der Akratiker keine nicht-deliberativen Mittel einsetzt, lautet: Er hat die dafĂŒr nötigen Anstrengungen falsch eingeschĂ€tzt.cite-ref-56[56]
Ein weiterer Einwand gegen diesen Skeptizismus ist auĂerdem, dass Personen, die entsprechende Handlungen ausfĂŒhren, sehr oft glauben, dass sie anders hĂ€tten handeln können. Diese Annahme muss dann wiederum als kognitiver Fehler aufgefasst werden. Demnach gelinge es uns mittels der âFĂ€higkeit zur SelbsttĂ€uschung [âŠ] die Diskrepanz zwischen unserem wirklich handlungsrelevanten Wollen und denjenigen WĂŒnschen, die wir uns gern als handlungsrelevante zuschreiben wĂŒrden, ein StĂŒck weit zu ĂŒberbrĂŒckenâ.cite-ref-57[57]
Absicht
Ein weiteres wichtiges Argument gegen die Möglichkeit von Akrasia lĂ€sst sich folgendermaĂen darstellen:
(1) Wenn S absichtlich die Handlung B anstelle von A ausfĂŒhrt, dann urteilt S, dass B insgesamt besser ist als A.
(2) Wenn S absichtlich die Handlung B akratischerweise ausfĂŒhrt, dann urteilt S, dass A insgesamt besser ist als B.
(3) Es ist nicht möglich, dass S zugleich urteilt âB ist insgesamt besser als Aâ und âA ist insgesamt besser als Bâ.
(4) Folglich: Akrasia ist nicht möglich.
Die entscheidende PrĂ€misse hierbei ist (1). Da (1) die Umkehrung von P* ((a) fĂŒr besser halten â (c) absichtlich tun) ist, akzeptiert sie, wer folgenden Gedanken plausibel findet: Wenn eine Person absichtlich eine Sahnetorte isst, will sie diese lieber essen als sie nicht essen, und wenn sie diese lieber essen will als sie nicht zu essen, urteilt sie auch, dass es besser ist, diese zu essen als diese nicht zu essen. (Die absichtliche AusfĂŒhrung einer Handlung impliziert deren Lieber-Wollen als eine Alternative und deren Lieber-Wollen impliziert das entsprechende Besser-Beurteilen.)cite-ref-58[58] Gegen diese notwendige Verbindung sind Gegenbeispiele gebracht worden: Routinehandlungen wĂŒrden demnach absichtlich getan, ohne dass man sie lieber tun wolle; Handlungen aus bloĂer Neugier (âidle curiosityâ) tue und wolle man, obwohl keinerlei Bewertung vorliege.cite-ref-59[59]
VollstÀndige Ablehnung von P*
Akrasia ist ein philosophisches Problem nur unter der in P* implizierten Annahme, dass der bessere Grund die stĂ€rkere Ursache einer Handlung darstellt. Teilt man diese Annahme nicht oder deren Voraussetzung, dass GrĂŒnde hinreichende Ursachen fĂŒr Handlungen sind, so sind Handlungen gegen ein besseres Urteil nur ein alltĂ€gliches PhĂ€nomen. In der gegenwĂ€rtigen Debatte wird diese Position etwa von John Rogers Searle vertreten. Eine derartige Handlungstheorie fasst als Ursache fĂŒr Handlungen Volitionen, bloĂe Willensakte im Sinne der auf Augustinus zurĂŒckgehenden Willenskonzeption. Die nach Davidson selbstevidenten Prinzipien P1 und P2 weist diese Handlungstheorie damit zurĂŒck.
Siehe auch
Literatur
Historische Positionen
PrimÀrtexte
âą Aristoteles: Nikomachische Ethik. Ăbersetzt und herausgegeben von Ursula Wolf. Rowohlt, Hamburg 2006. ISBN 3-499-55651-0 (Buch VII 1-11 enthĂ€lt die bis heute sehr einflussreiche Auseinandersetzung mit Akrasia)
âą Platon: Protagoras. in: Platon. Werke in acht BĂ€nden griechisch und deutsch, hrsg. von Gunther Eigler. Bd. 1. Bearbeitet von Heinz Hofmann, griechischer Text von Louis Bodin, Alfred Croiset, Maurice Croiset und Louis MĂ©ridier, deutsche Ăbersetzung von Friedrich Schleiermacher. WBG, Darmstadt 1977, 1990 (2. Aufl.). ISBN 3-534-14336-1 (In 351b-359a findet sich die frĂŒheste philosophische Auseinandersetzung mit Akrasia)
SekundÀrtexte
âą Christopher Bobonich (Hrsg.): Akrasia in Greek philosophy: from Socrates to Plotinus, Leiden 2007. ISBN 978-90-04-15670-8. (Nicht verwendet)
âą Justin Cyril Bertrand Gosling: Weakness of the Will. Routledge, London 1990, ISBN 0-415-03435-3.
âą Tobias Hoffmann, Jörn MĂŒller, Matthias Perkams (Hrsg.): Das Problem der WillensschwĂ€che in der mittelalterlichen Philosophie / The Problem of Weakness of Will in Medieval Philosophy. Peeters Publishers, Leuven, Paris, and Dudley 2006, ISBN 978-90-429-1779-8
âą Anton Huegli: WillensschwĂ€che. in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12. Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 800â809. ISBN 3-7965-0115-X (Fasst die philosophischen Positionen von Aristoteles bis Davidson zusammen)
âą Gareth B. Matthews: Augustin. in: Edward Craig (Hrsg.): Routledge Encyclopedia of Philosophy. Routledge, London 1988. (Insb. die Einleitung, Kap. 6 Philosophy of mind: will und Kap. 12 Ethics: sin, vice and virtue zum Thema)
âą Jörn MĂŒller: WillensschwĂ€che in Antike und Mittelalter: eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus. Leuven University Press, Leuven 2009, ISBN 978-90-5867-752-5
âą Risto Saarinen: Weakness of the Will in Medieval Thought. From Augustine to Buridan. Brill, Leiden [u. a.] 1994. ISBN 90-04-09994-8 (Nicht verwendet)
âą Ursula Wolf: Aristoteles' âNikomachische Ethikâ. WBG, Darmstadt 2002. ISBN 3-534-14142-3 (Bietet in Kap. VII eine ausfĂŒhrliche Interpretation der aristotelischen Position)
âą Weitere Untersuchungen mit historischen Teilen unter: Gegenwart und allgemeine Darstellungen
Gegenwart und allgemeine Darstellungen
âą William Charlton: Weakness of Will. Basil Blackwell, Oxford 1988. ISBN 0-631-15759-X (Gute EinfĂŒhrung zum Thema, geht auf antike wie gegenwĂ€rtige Positionen ein und analysiert grundlegende Konzepte)
⹠Donald Davidson: Wie ist WillensschwÀche möglich? in: Donald Davidson: Handlung und Ereignis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990. ISBN 3-518-28495-9 (Der wichtigste Aufsatz zum Thema; gegen Ende etwas technisch und nicht einfach)
âą Donald Davidson: Paradoxien der IrrationalitĂ€t. in: Stefan Gosepath (Hrsg.): Motive, GrĂŒnde, Zwecke. Theorien praktischer RationalitĂ€t. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1999, S. 209â231. ISBN 3-596-13223-1 (Greift, um irrationale Handlungen zu erklĂ€ren, Elemente von Freud auf, wonach Teile des Geistes voneinander unabhĂ€ngig sein können)
âą Justin Cyril Bertrand Gosling: Weakness of the Will. Routledge, London 1990. ISBN 0-415-03435-3 (Diskutiert Akrasia in einem Teil historisch in einem anderen systematisch)
âą Paul Grice, Judith Baker: Davidson on âWeakness of the Willâ. In: Bruce Vermazen, Merill B. Hintika (Hrsg.): Essays on Davidson. Actions and Events. Oxford 1986, 27â49. ISBN 0-19-824963-2 (Grundlegende Analyse von Davidsons all things considered-Urteil; technisch und schwierig)
âą Richard Mervyn Hare: Freiheit und Vernunft. Suhrkamp, Frankfurt M 1983. ISBN 3-518-28057-0 (Kap. 5 behandelt die âMoralische SchwĂ€cheâ)
âą Alfred R. Mele: Irrationality. An Essay on Akrasia, Self-Deception and Self-Control. Kap. 3. OUP, Oxford 1987. ISBN 0-19-508001-7 (Eine durchweg systematisch angelegte und gut lesbare Arbeit)
âą Alfred R. Mele: Philosophy of Action. in: Kirk Ludwig (Hrsg.): Donald Davidson. CUP, Cambridge 2003. ISBN 0-521-79382-3
âą David Pears: How easy is Akrasia? in: Philosophia. Springer, Dordrecht 11.1982, S. 33â50. ISSN 0048-3893 (Analysiert Akrasia als einen Fehler zwischen Konklusion und Handlung)
âą Gottfried SeebaĂ: Akrasia. in: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Metzler, Stuttgart 2005, S. 59â63. ISBN 3-476-02108-4
âą Thomas Spitzley: Handeln wider besseres Wissen. Eine Diskussion klassischer Positionen. de Gruyter, Berlin [u. a.] 1992. ISBN 3-11-013507-8
âą Thomas Spitzley (Hrsg.): WillensschwĂ€che. mentis, Paderborn 2005. ISBN 3-89785-403-1 (Textsammlung mit einfĂŒhrender Einleitung u. den hier thematisierten Texten von Aristoteles, Platon, Hare, Davidson und anderen)
âą Helen Steward: Akrasia. in: Edward Craig (Hrsg.): Routledge Encyclopedia of Philosophy. Routledge, London 1988, 2005. ISBN 0-415-32495-5
âą Sarah Stroud und Christine Tappolet (Hrsg.): Weakness of Will and Practical Irrationality. Clarendon Press, Oxford 2003/2007. ISBN 978-0-19-923595-7
âą Arthur F. Walker: The Problem of Weakness of Will. in: Nous. Cambridge 23 (1989), 653â676. ISSN 0029-4624 (Ăberblick ĂŒber die LösungsansĂ€tze der siebziger und achtziger Jahre; sehr lesenwert)
âą Ursula Wolf: Zum Problem der WillensschwĂ€che. in: Stefan Gosepath (Hrsg.): Motive, GrĂŒnde, Zwecke. Theorien praktischer RationalitĂ€t. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1999, S. 232â245. ISBN 3-596-13223-1 (diskutiert Aristoteles und vertritt die Auffassung, dass akratische Handlungen auf SelbsttĂ€uschung beruhen)
Weblinks
Wiktionary: Unbeherrschtheit
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Bibliographie (Memento vom 7. Juli 2010 im Internet Archive), gegliedert in Antike, Mittelalter und Gegenwart
âą Sarah Stroud: Weakness of Will. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
âą Aristotle's Ethics. 7. Akrasia. Eintrag in Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3
âą Puster, Edith: Akrasia â Ein PrĂŒfstein fĂŒr Theorien praktischer RationalitĂ€t (PDF) erschienen in: Ansgar Beckermann, Christian Nimtz (Hrsg.) Argument & Analyse-SektionsvortrĂ€ge, mentis, Paderborn, 2002, ISBN 3-89785-276-4 (44 kB)
âą Christine Chwaszcza: Handlung, Kontext, Person: Bemerkungen zum Akrasia-PhĂ€nomen. In: Ansgar Beckermann, Christian Nimtz (Hrsg.): Argument & Analyse : SektionsvortrĂ€ge. 4. Internationaler Kongress der Gesellschaft fĂŒr Analytische Philosophie, September 2000. mentis, Paderborn 2002, ISBN 3-89785-276-4 (Digitalisat [PDF; 39 kB; abgerufen am 25. September 2019]). Link zu Proceedings und Ăberblick des Kongresses
âą Peijnenburg, Jeanne: Acting Against Oneâs Best Judgement (PDF; 44 kB), Groningen 1996 (Dissertation) (Im ersten Teil Analyse antiker, im zweiten gegenwĂ€rtiger Positionen; der dritte Teil ist ein eigener Lösungsvorschlag)
Einzelnachweise
cite-note-22. â Vgl. Arthur F. Walker: The Problem of Weakness of Will, in: Nous 23 (1989), 653
cite-note-33. â Vgl. William Charlton: Weakness of Will, Basil Blackwell, Oxford 1988, 134
cite-note-44. â Vgl. Gottfried SeebaĂ: Akrasia, in: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie, Metzler, Stuttgart 2005, 59
cite-note-66. â Xenophon, Erinnerungen an Sokrates III 9.4, IV 5.6.
cite-note-88. â Platon: Protagoras 352d5â7
cite-note-99. â Platon: Protagoras 352e6
cite-note-1010. â Platon: Protagoras 355a6-b3
cite-note-1111. â Platon: Protagoras 357d3â5
cite-note-1212. â Aristoteles: Nikomachische Ethik VII 3, 1145b22â24
cite-note-1313. â Vgl. Aristoteles: Nikomachische Ethik VI 6
cite-note-1414. â Aristoteles: Nikomachische Ethik: VII 5, 1157b18â19
cite-note-1515. â Vgl. Aristoteles: Nikomachische Ethik VII 5, 1147a10â24
cite-note-1616. â Aristoteles: Nikomachische Ethik VII 5, 1147a 11â24
cite-note-1717. â Vgl. Aristoteles: Nikomachische Ethik VII 5, 1147a1â9
cite-note-1818. â Aristoteles: Nikomachische Ethik VII 5, 1147b9â13
cite-note-1919. â Vgl. Aristoteles: Nikomachische EthikVII 8
cite-note-2020. â Vgl. Aristoteles: Nikomachische Ethik VII 6, 1147b13â15
cite-note-2121. â Vgl. Richard Kraut: Aristotle's Ethics, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy
cite-note-2222. â Vgl. Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, 802
cite-note-2323. â Vgl. Jeanne Peijnenburg: Acting Against Oneâs Best Judgement. Dissertation, UniversitĂ€t Groningen 1996, 33.
cite-note-2424. â Vgl. Christoph Horn: Wille, in: Otfried Höffe (Hrsg.): Lexikon der Ethik, 6. neubearbeitete Auflage, MĂŒnchen 2002, S. 292â294
cite-note-2525. â Vgl. William Charlton, Weakness of Will, Basil Blackwell, Oxford 1988, 4 f.
cite-note-2626. â Gottfried SeebaĂ: Akrasia, in: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie, Metzler, Stuttgart 2005, 60
cite-note-2727. â Vgl. Gareth B. Matthews: Augustin. in: Edward Craig (Hrsg.): Routledge Encyclopedia of Philosophy. Routledge, London 1988
cite-note-3030. â Vgl. Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 802â803
cite-note-3131. â Vgl. Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 803
cite-note-3232. â Vgl. Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 803 f.
cite-note-3333. â Thomas von Aquin: Summa theologica, I-II, 77, 2
cite-note-3434. â Thomas von Aquin: Summa theologica, I-II, 77, 2 zitiert nach Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 804
cite-note-ah804-3535. â Vgl. Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 804
cite-note-3636. â Vgl. Anton Huegli: WillensschwĂ€che, in: Joachim Ritter, Karlfried GrĂŒnder (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 12, Schwabe, Basel [u. a.] 2004, Sp. 803â804
cite-note-3737. â Vgl. William Charlton: Weakness of Will, Basil Blackwell, Oxford 1988, 9
cite-note-3838. â Vgl. William Charlton: Weakness of Will, Basil Blackwell, Oxford 1988, 7
cite-note-3939. â Vgl. William Charlton: Weakness of Will, Basil Blackwell, Oxford 1988, 7 f.
cite-note-4040. â John Locke, An Essay concerning Human Understanding II 21, § 35
cite-note-4141. â Richard Mervyn Hare: Freiheit und Vernunft, Suhrkamp, FfM, 1983, Kap. 5
cite-note-4242. â Davidson, Donald: Wie ist WillensschwĂ€che möglich? in: ders.: Handlung und Ereignis, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, 56
cite-note-4343. â Vgl. Donald Davidson: Wie ist WillensschwĂ€che möglich? in: ders.: Handlung und Ereignis, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, 44
cite-note-4444. â Vgl. Donald Davidson: Wie ist WillensschwĂ€che möglich? in: ders.: Handlung und Ereignis, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, 45 f.
cite-note-4545. â Alfred R. Mele: Irrationality. An Essay on Akrasia, Self-Deception and Self-Control, OUP, Oxford 1987, 34; oder Alfred R. Mele: Philosophy of Action, in: Kirk Ludwig (Hrsg.): Donald Davidson, CUP, Cambridge 2003, 77
cite-note-4646. â Donald Davidson: Wie ist WillensschwĂ€che möglich? in: ders.: Handlung und Ereignis, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, 68.
cite-note-4747. â Donald Davidson: Wie ist WillensschwĂ€che möglich? in: ders.: Handlung und Ereignis, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, 71
cite-note-4848. â Donald Davidson: Wie ist WillensschwĂ€che möglich? in: ders.: Handlung und Ereignis, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, 72
cite-note-4949. â Vgl. Alfred R. Mele: Irrationality. An Essay on Akrasia, Self-Deception and Self-Control, OUP, Oxford 1987, 34 oder Alfred R. Mele: Philosophy of Action, in: Kirk Ludwig (Hrsg.): Donald Davidson, CUP, Cambridge 2003, 77
cite-note-5050. â Vgl. Alfred R. Mele: Irrationality. An Essay on Akrasia, Self-Deception and Self-Control, OUP, Oxford 1987, Kap. 3.4
cite-note-5151. â Vgl. Donald Davidson: Paradoxien der IrrationalitĂ€t, in: Stefan Gosepath (Hrsg.): Motive, GrĂŒnde, Zwecke. Theorien praktischer RationalitĂ€t, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1999, S. 209â231
cite-note-5252. â Vgl. Arthur F. Walker: The Problem of Weakness of Will, in: Nous 23 (1989), 668 f.
cite-note-5353. â Vgl. Alfred R. Mele: Irrationality. An Essay on Akrasia, Self-Deception and Self-Control, OUP, Oxford 1987, Kap. 6.3
cite-note-5454. â Vgl. David Pears: How easy is Akrasia?, in: Philosophia 11 (1982), 33â50
cite-note-5555. â Vgl. Arthur F. Walker: The Problem of Weakness of Will, in: Nous 23 (1989), 654
cite-note-5656. â Vgl. Alfred R. Mele: Irrationality. An Essay on Akrasia, Self-Deception and Self-Control, OUP, Oxford 1987, Kap. 2.2 insb. 23 f.
cite-note-5757. â Ursula Wolf: Zum Problem der WillensschwĂ€che, in: Stefan Gosepath (Hrsg.): Motive, GrĂŒnde, Zwecke. Theorien praktischer RationalitĂ€t, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1999, 241
cite-note-5858. â Vgl. Arthur F. Walker: The Problem of Weakness of Will, in: Nous 23 (1989), 658
cite-note-5959. â Vgl. David Pears: How easy is Akrasia?, in: Philosophia 11 (1982), 40 f.